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In unserer neuen Sendereihe Im FOKUS wollen wir spannende, aktuelle Themen rund um den australischen und kanadischen Aktienmarkt aufgreifen. Die erste Folge durchleuchtet das Interesse von deutschen Privatanlegern an australischen und kanadischen Wertpapieren. Wir sprechen hierzu mit Dr. Eva Reuter, Geschäftsführerin von Dr. Reuter Investor Relations, über die derzeitige Stimmung der Aktionäre und welche Aktientrends sie beobachtet.

Ein kurzer Blick auf die Anzahl der handelbaren Auslands-Aktien in Deutschland zeigt: Aus Australien kommen aktuell 765 Aktienunternehmen und aus Kanada rund 2000. Im Vergleich dazu liegt die Zahl der börsennotierten deutschen Unternehmen bei 909.

In ihrer Beratungsfirma, Dr. Reuter Investor Relations, betreut Dr. Eva Reuter neben deutschen auch kanadische und australische Aktienunternehmen. Sie beobachtet, dass es im Internet viele Foren gibt, in denen deutsche Anleger “sehr aktiv und auch intensiv” über australische und kanadische Unternehmen diskutieren – und sich dabei auf bestimmte Industriebranchen konzentrieren.

“Sehr gefragt sind Rohstoffe, Explorationsunternehmen aber Corona bedingt sicherlich auch Biotech-Unternehmen” so Reuter.

Spannend sei insbesondere, dass es an deutschen Börsen gerade mal “13 gelistete deutsche Biotech-Unternehmen, aber knapp 30 gelistete australische und 70 kanadische Biotech-Unternehmen” gebe.

In welchen Bereichen die australischen und kanadischen Biotech-Unternehmen tätig sind, zeigen diese Grafiken:

Von den 70 kanadischen Biotech-Aktien, die in Deutschland handelbar sind, geht ganz klar mit knapp 83 Prozent die medizinische Biotechnologie hervor – die auch als rote Biotechnologie bekannt ist. Der Fokus liegt hier auf der Entwicklung neuer Medikamente, Impfstoffe und Diagnostika. Rund die Hälfte dieser Unternehmen spezialisiert sich dabei auf die Krebs- und Cannabis-Forschung (48,3%).

Außerhalb des Gesundheitsbereichs konzentrieren sich die Unternehmen überwiegend auf Biotechnologische Dienstleistungen (8,6%) und Agrarbiotechnologie (5,7%). Die Tätigkeitsfelder Bioinformatik und industrielle Biotechnologie sind mit etwas über einem Prozent am wenigsten vertreten.

Bei den 29 börsennotierten Biotech-Unternehmen aus Australien sieht es ähnlich aus: Ganz vorn mit rund 86 Prozent ist die medizinische Biotechnologie. Und auch hier überwiegen, mit rund 44 Prozent, Aktivitäten in der Krebs- und Cannabisforschung.

Nur eine kleine Anzahl von Unternehmen bietet biotechnologische Dienstleistungen an (6,9%). Die Agrarbiotechnologie und Bioinformatik sind mit etwas über drei Prozent vertreten.

Wie wirkt sich der Ukraine-Krieg und die hohe Inflation auf die Marktstimmung aus?

Der Ukraine-Krieg habe zu einer großen Verunsicherung an den Aktienmärkten geführt, so Reuter, und auch die Inflationsrate von mehr als sieben Prozent, die Verbraucher insbesondere durch gestiegene Lebensmittel- und Energiepreise spüren, wirke sich auf die Stimmung aus:

“Normalerweise sind ja Aktien ein ganz tolles Tool, um gerade Inflationsmaßnahmen ein bisschen auszuhebeln. Aktien sind Sachwerte. Wir haben das Problem, dass sich im letzten halben Jahr die Aktienkurse sehr schlecht entwickelt haben. In Deutschland, wie auch weltweit. Der DAX hat ein historisches schlechtes Ergebnis im letzten halben Jahr hingelegt, sodass die Stimmung aktuell nicht gut ist.”

Dennoch gebe es Unternehmen, die teilweise profitieren.

“Gerade Biotech-Unternehmen haben teilweise profitiert, das hängt von den Biotech-Unternehmen selbst ab, die profitiert haben. Techwerte erholen sich gerade wieder. Batteriemetalle entwickeln sich teilweise gut.”

Das Interesse an Batteriemetallen komme durch den großen Trend in Deutschland zur E-Mobilität, erläutert Eva Reuter:  

“Es entstehen gerade sehr viele Fabriken, gerade auch um Batterien dafür herzustellen und diese Batterien brauchen natürlich Materialien wie Lithium, Vanadium und andere Materialien. Aus diesem Grunde gibt es einen Run auf diese Batteriemetalle, das zu einem entsprechenden Boom auf den Aktienmärkten führt.”

Das Gespräch führte Sindi Montero mit Dr. Eva Reuter

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